Rainer Moormann, ehemaliger wissenschaftlicher Angestellter an der Kernforschungsanlage Jülich, mit einem Vortrag auf der Veranstaltung „60 Jahre nach den Göttinger 18: Deutschland atomwaffenfrei oder Nuklearmacht?“. Aus Verantwortung „Nein“ gesagt zu haben zum deutschen Griff zur Atombombe, das ist die historische Leistung der Wissenschaftler, die 1957 den Aufruf der Göttinger 18 unterzeichneten und eine Mitarbeit an der Bombe verweigerten. Weiterhin „Nein“ zur Atombombe zu sagen ist 60 Jahre danach von bleibender, dramatischer Aktualität – nicht nur wegen der milliardenschweren “Modernisierungsprogrammen” in allen Atomwaffenstaaten. Die Weigerung der Bundesregierung, sich an den UN-Verhandlungen zu einem Verbot von Atomwaffen zu beteiligen, ist ein politscher Skandal. Welchen Wert haben dann einmütige Beschlüsse des Deutschen Bundestages für eine Welt ohne Atomwaffen? Die neu aufkommende Diskussion über einen deutschen Griff zur Bombe oder einer europäischen Atombombe als Reaktion auf die Politik eines aufrüstungswütigen Präsidenten der USA zeigt, Atomwaffen und ihre Abschaffung müssen wieder ein gesellschaftliches Thema werden.

  • itflows@feddit.org
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    23 days ago

    Atombomben sind ja alte Technik. Eine Entwicklung würde dauern, wäre aber sicher nicht unmöglich.

    Man sollte sich dennoch der Frage stellen, was wäre wenn sich unsere Verbündeten derart von uns entfremden, dass die Verträge, die heute eine markante Teilhabe zur nuklearen Abschreckung (immerhin bringen wir heute schon die amerikanischen Bomben ins Zielgebiet), nichtig werden. Die Wahrscheinlichkeit ist leider alles andere als 0.

    • Daniel_@discuss.tchncs.de
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      23 days ago

      Ja die Technik ist schon sehr alt, aber du musst die Bomben ja auch testen. Und da Deutschland flächenmäßig eher überschaubar ist, müsste man das in Simulationen am Computer machen, so wie es beispielsweise die Amerikaner tun. Die Frage ist, ob wir überhaupt die Rechenkapazität hätten um solche Bomben zu testen.

      Die nächste Frage ist, wie bringen wir die Bombe ins Ziel? Fliegen wir sie mit unseren in die Jahre gekommen Tornados hin, verwenden wir die bestellten F35 Bomber, oder verfügt die Bundeswehr über eigene Trägersysteme im Sinne eines Marschflugkörpers? Dürfen wir unsere eigenen Bomben denn überhaupt mit den F35 Bombern transportieren?

      Die Politik sollte alles dafür tun, dass sie USA an unserer Seite bleibt. Ich glaube auch dass eine 70+ Jahre lange Partnerschaft nicht einfach so beendet werden würde. Und Trump geht auch irgendwann wieder vorbei.

      Hinweis: Ich habe von alldem was ich hier schreibe keine Ahnung. Ich mache mir eben so meine Gedanken. Falls ich da falsche Sachen behauptet habe (was wahrscheinlich sein kann), dann bitte korrigieren.